Prolog 8

Allen Heldengefühlen zum Trotz packt ihn zusehends ein ungutes Gefühl. Unsicher schaut er sich um. Außer noch mehr Dunkelheit, ist nicht viel zu erkennen. »Ich glaube, die Echse kann mich mal«, sagt er und beschließt schnellstmöglich diese Höhle zu verlassen, Tom hin oder her. Seine ersten zaghaften Versuche die Felswand zu erklimmen münden jedoch in weitere Rutschpartien und weiteren Schürfwunden.

»Verdammt, verdammt, verdammt«, flucht er ungehalten vor sich hin, als er merkt, dass er womöglich ohne fremde Hilfe nicht so einfach wie gehofft aus seinem Loch gelangen wird.

Diese Genugtuung wird er Tom auf gar keinen Fall gönnen, entscheidet Jerry grimmig und setzt energisch zu einem neuen Versuch an. Er erreicht mit seinen Händen den Rand des Loches, aber seine Füße finden keinen Halt und so rutscht er wieder hinunter. »Scheiße ist das!« Ein paar Tränen kullern gegen seinen Willen seine Wangen herunter. Ängstlich schaut er nach oben, nun nicht mehr so sicher jemals wieder aus der Hölle entkommen zu können. »Und das alles nur wegen der blöden Echse … und wegen Mary.« Zutiefst verzweifelt und wütend auf sich selber hockt er sich nieder, sein Gesicht unter seinen verschränkten Armen verborgen.

Ein Stöhnen in unmittelbarer Nähe unterbricht jäh sein Schluchzen. Ein eisiger Schauer durchfährt seinen Körper, als er ängstlich in die Dunkelheit späht. Inständig hofft er, dass seine Ohren ihm einen Streich gespielt haben und es nur ein verirrter Luftzug war. Vielleicht verursacht durch einen anderen Ausgang?

Ein erneutes Stöhnen, kehliger und mit einem rasselnden Unterton zerstört diese Hoffnungen. Seine Gedanken rasen. Hat sich da vielleicht ein Tier verirrt? Hat es sich verletzt, als es in das verborgene Loch gestürzt ist? Welches Tier könnte solche Geräusche von sich geben? Es müsste ein größeres Tier sein, ein Wolf oder ein Bär? Nicht, dass jemals ein Wolf oder ein Bär in der Nähe des Grand Canyons gesichtet worden wäre. Ein Coyote vielleicht?

Die Neugier überstimmt seine Angst und auf allen Vieren krabbelt er in die Richtung, aus der er das Geräusch vermutet.

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