Scene-004c

»Seltsam …«, denkt Duffy, als ein dunkler Fleck auf ihrer Netzhaut auftaucht und schnell größer wird.

»Brennt mir die Sonne gerade ein Loch in meine Netzhaut? Kaktus? Tier? Felswand?«
»Fahre ich gerade auf einen Kaktus zu? Ich habe keine Kakteen hier gesehen.« Ihre Gedanken rasen, versuchen diese unerwartete Sonnenfinsternis einzuordnen, als sie schließlich doch die Augen aufreißt. Für den Bruchteil einer Sekunde nimmt sie eine Gestalt vor der Kühlerhaube des Cadillacs wahr. Ihr Herz macht einen Satz und im nächsten Augenblick reagiert sie schon.

»Fu …!«

Instinktiv und reflexgesteuert reißt sie den Lenker links herum und jagt ihren Fuß auf dem Bremspedal bis zum Blech durch. Sofort gräbt sich der rechte Vorderreifen des Cadillacs in die Erde und schleudert Staub und Erde von sich, während die anderen Reifen kaum mehr Bodenkontakt haben.

Ein kurzer Knall, der von ihrer rechten Beifahrertür kommt, reißt sie aus dem Schreckmoment. Sofort reißt sie den Lenker nach rechts, wodurch die anderen Reifen nun auf den Boden knallen und den Wagen gefährlich schwanken lassen. Noch während des Versuchs, den Wagen unter Kontrolle zu kriegen, wächst in ihr eine maßlose Wut. Sie reißt den Lenker abermals heftig herum und bekommt den Wagen polternd zum Stehen.

Eine dicke Wolke aus Sand, Staub und abgerissenem Wurzelwerk umhüllt den Wagen und rieselt langsam herab.

Außer sich vor Wut und Verzweiflung knallt sie ihre Stirn auf den Lenker und würde am liebsten hineinbeißen.

»Fuuuck! Fuuuck! Fuck! Fuck!«, schreit sie hinaus.

Als sie sich so weit beruhigt hat, dass sie wieder normal atmen kann, schaut sie über ihre Schulter und erkennt durch die lichter gewordene Staubwolke eine reglos am Boden liegende Gestalt.

»Oh nein, lieber Gott, tu mir das bitte nicht auch noch an«, fleht sie inständig.

In ihr steigt die Furcht auf, einen unschuldigen Touristen umgefahren zu haben. Es ist nun wirklich nicht ihre Absicht, andere mit in den Tod zu ziehen.

»Was macht der Idiot hier? Warum muss er mir unbedingt vor mein Auto laufen? Es ist doch Platz genug für alle. Scheiße, Scheiße, Scheiße. Was mache ich denn jetzt?«

Voller Sorge stößt sie die Tür auf und taumelt aus dem Wagen. Im nächsten Augenblick jedoch überkommt sie das merkwürdige Gefühl, den Boden unter ihren Füßen zu verlieren.

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