Scene-004e

Abwärts 2

Ihr Kinn schmerzt, genau wie ihre Zunge. Der süße Geschmack in ihrem Mund kommt ihr nur zu bekannt vor.

Röchelnd und hustend hängt sie baumelnd an der Türschwelle des Cadillacs, während ihre nackten Füssen die Felswand verzweifelt nach Halt absuchen. »Sport ist Mord, hast du immer gesagt, Richard. Aber du bist tot und ich habe die Kraft hier abzuhängen.«

»Noch …«, muss sie sich eingestehen, denn ihre Armmuskulatur hat bereits angefangen zu zucken. »… kein gutes Zeichend, Liebes.«

»Endlich!« Mit einem Gefühl des Glücks, das sie eigentlich nicht von sich erwartet hatte, finden ihre Füße einen kleinen Vorsprung. Sie nutzt die Gelegenheit, ihre tauben Arme und verkrampften Hände etwas zu entlasten.

»Ahhhhhhh!«, brüllt Duffy ihren Frust hinaus. Erstaunt registriert sie das Echo, das von den steilen Wänden des Grand Canyon zurückgeworfen wird. Sie schaut kurz nach unten und entdeckt zwei kleine weiße Punkte, die sie ihren Schuhen zuordnet. Sie seufzt bei dem Gedanken, dass alles hätte so einfach sein können. »Nicht mal das kriegst du hin, du dummes Ding.«, schluchzt sie. »Ich sollte einfach loslassen. Ist es nicht egal, wie ich krepiere? Tot ist doch tot.« »TOT!«, brüllt sie noch einmal hinaus und hört bestätigend das Echo. Sie weiss nicht, was sie davon abhält, einfach loszulassen. Es erscheint ihr nicht richtig, es ist nicht richtig gelaufen. Sie muss es richtig machen. »Erst klettere ich wieder in den Wagen, dann trete ich diesem Trottel da oben so in den Arsch, dass alle Pavianweibchen ihn umgarnen würden, und dann, ja dann wiederhole ich die Scheiße noch einmal vernünftig. Genau so mache ich es.

Mühsam zieht sie sich wieder in den Wagen hoch, nicht ohne sich dabei Knie und Arme blutig zu schürfen. Außer Atem und völlig entkräftet lässt sie sich in den Wagen fallen. Sie hat länger dafür gebraucht als erwartet und ihre Muskeln weigern sich nun stur ihrem Willen zu folgen. »Ok, dann eben nur noch schlafen, wir vertagen das Ganze …«, stammelt sie mit letzter Kraft.
Sie schließt erschöpft die Augen, doch der Hebel der angezogenen Handbremse drückt nagend in ihrer rechte Seite und hindert sie daran einzuschlafen. Für einen Moment überlegt Duffy, wie sie sich anders hinlegen könnte, aber es wären zu viele Bewegungen nötig. Als sich dann auch noch die Fliegen das reichhaltige Frühstücksbuffet bestehend aus Blut und Schweiß abholen, gibt Duffy auf und lässt alles mit sich geschehen. »Fuck you, fuck you all …«

Der fiese erste Draft

Zeige nie den ersten Entwurf! So lautet die Regel. Denn der erste Entwurf ist meistens gotterbärmlich. Wir trauen uns jetzt trotzdem und zeigen hier erst einmal den Ursprungs-Entwurf. Viel Spaß damit. ;)

Zeige den berüchtigten ersten Entwurf:

>>


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>