Tag 2 - Prosit

Prosit, oder wie ER seinen Durst bezwang.

Lange schaute ER mit leerem Blick auf die sich endlos erstreckende Wasserfläche.

Mit dem Gedanken, sich fortan entscheiden zu müssen zwischen totaler Dunkelheit oder Wasser wohin ER blicken konnte, konnte ER sich partout nicht anfreunden.

»Was nun? Was tun? Denk, denk, denk!« grübelte ER, auf der verzweifelten Suche nach einem Weg aus diesem Dilemma.

»Die Dunkelheit habe ich mit Licht wegbekommen.«

»Licht an, Schwarz weg. Licht aus, Schwarz da.«

»Easy!«

»Wasser da … aber wie Wasser weg?«

Mindestens eine halbe Ewigkeit legte ER sich einen Gedanken nach dem anderen zurecht, um ihn dann doch wieder zu verwerfen.
Diese ganze Grübelei hatte ihn mehr verwirrt und benebelt, als dass sie ihn auch nur einen Schritt näher an eine Lösung gebracht hätte.

Mit einem Seitenblick schielte ER auf das Wasser und überlegte, ob ER denn mal rein greifen sollte. Spiegelglatt und tiefblau, wie es so vor ihm lag, spürte ER eine gewisse Frische von dem Nass ausgehen.

Vorsichtig streckte ER sein rechtes Bein aus, um dann seinen Fuß und schließlich seinen dicken Zeh in Richtung Wasser zu drehen. Mit der Spitze seines Zehennagels berührte ER die Wasseroberfläche.

»K A L TTTTTT…!«, rief ER vorwurfsvoll und zuckte sogleich mit seinem Zeh zurück.

»Brrrrrr…«

Nein, so würde das nichts werden, überlegte ER. Unmöglich, dass ER sich in dieses eiskalte Nass begeben würde. Niemals! Never Ever!

»„Vielleicht ist es ja eher für die innere Anwendung als für die äußere geeignet?«, überlegte ER laut weiter.

Mit extremer Vorsicht, beugte ER sich vornüber, öffnete seinen Mund gerade so weit, dass ER seine Zunge hindurchschieben konnte. Mit der vordersten Spitze seiner Zunge berührte ER behutsam das Wasser. Diesmal war das Gefühl bei weitem nicht so unangenehm wie bei dem äußeren Kontakt. Nun wurde ER regelrecht beinahe übermütig und benetzte seine Zunge etwas weiter und rollte sie schließlich vorsichtig wieder ein.

Kurz überlegte ER, ob ER es wagen sollte, dieses kühle Nass auch hinunterzuschlucken, doch inzwischen wurde ER von einem wahren Anfall von Kühnheit heimgesucht.

»Schluck!«

Es war vollbracht!

ER wartete noch einen Moment, um die Reaktion auf dieses unbekannte Medium wirken zu lassen. Doch nichts Nachteiliges passierte. Ganz im Gegenteil. ER fühlte sich ungewöhnlich erfrischt und so dürstete es ihn nach mehr.

Viel mehr.

ER konnte gar nicht genug von dem Wasser kriegen und trank immer weiter.

Einige Zeit verging, als ER sich endlich ausreichend erfrischt fühlte und frohgemut wieder aufrichtete.

»WTF!«, entfuhr es ihm.

»Das Wasser …«, stammelte ER, »… es wird ja weniger …?«

Und tatsächlich, im Zuge seiner Trinkorgie hatte sich der Wasserpegel beträchtlich gesenkt.

»Ist das geil, Alter!«, frohlockte ER und machte sich sogleich an die Arbeit um den Pegel noch gehörig mehr abzusenken.

Doch irgendwann passte kein einziger Tropfen mehr in seine, inzwischen mächtig angewachsene, Wampe. ER zog es zudem vor, eventuellen Gedanken bezüglich der späteren, notwendigen Entwässerung, nicht zu viel Bedeutung beizumessen.

Mühsam richtete ER sich wieder auf und blickte zum ersten Mal seit langem, wieder nicht ausschließlich auf Wasser.

Und was ER sah, gefiel ihm gut.

»Das ist ja prääääääääächtig …«, wollte ER gerade vermerken, als sich ein gewaltiger Rülpser in seine Worte mischte.

So viel dazu.

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