Tag 3 - Es werde Land

Es werde Land

Nach seiner letzten erfolgreichen Aktion, fühlte ER sich regelrecht unternehmungslustig und so beschloss ER, noch weitere Veränderungen an dieser ehemaligen reinen Wasserwelt durchzuführen.

»Hmmm, was könnte da noch passen …?«, überlegte ER laut vor sich hin.

»Ich habe Wasser und jetzt sogar einen Himmel«, rekapitulierte ER.

Sein Himmel hatte sogar eine recht nette, hell-bläuliche Färbung angenommen. Ansonsten war natürlich noch nichts am Himmel zu sehen, quasi ein hell-blaues Nichts.

»Schon irgendwie hübscher anzuschauen, als dieses ewige triste Nichts, dieser Himmel«, sinnierte ER.

Aber etwas Essentielles fehlte noch, um das Bild abzurunden.

»Was zum Fliegen, was zum Schwimmen und … was zum Gehen.

»Genau!«, frohlockte ER ob seiner glasklaren Gabe der Schlussfolgerung.

Sein Tatendrang wurde jedoch jäh unterbrochen, als ihm keine Möglichkeit einfiel, auch tatsächlich Boden zu schaffen.

Hastig blickte ER um sich, konnte aber natürlich außer Wasser und Himmel nichts entdecken, das ER als Boden hätte verwerten können.

Einer plötzlichen Eingebung folgend, schielte ER nach unten. Seine Augen zusammen gekniffen, spähte ER lange und angestrengt auf das Wasser. Jäh löste sich seine Anspannung und wurde durch freudige Erregung ersetzt. Mit einem Male tauchte ER hinab. Vergessen, wie kalt das Wasser ihm vorher noch war.

»Arghhhhhaaaaaaagngngngngn!« Da war sie wieder, die Erinnerung, doch da war es bereits zu spät.

Lange Zeit war von ihm nichts zu sehen. Zu hören war nur vereinzelt ein leises Blubbern. Da auf einmal tauchte ER langsam wieder auf. In seinen Händen hielt ER tatsächlich einen großen Lappen Land.

Mit allergrößter Vorsicht schaffte ER es, noch mehr Landlappen aus dem Wasser zu heben. Wie gigantische Falten ragten sie nun aus dem Wasser heraus.

In einem weiteren Arbeitsgang hievte, glättete und formte ER die Landlappen nach seiner Vorstellung. So erschuf ER die Landebene. Und weil ER nicht immer sauber gearbeitet hatte, waren da auch Hügelchen. Und weil ER am Ende total müde und lustlos geworden war, hatte ER die restlichen Falten einfach Falten sein lassen. Später nannte ER diese großen Falten dann Berge, weil alles seinen Namen brauchte und es sich auf Zwerge reimte.

Als ER sah, was ER geleistet hatte, fand ER, dass noch etwas fehlte. Doch ER fühlte ebenso, dass ER echt fertig war und dringend mal eine Pause bräuchte. Der Chill ging vor.

Nach einer kurzen Kreativpause, nur wenig länger als Johannes Heesters Lebenszeit, begab ER sich wieder ans Werk.

Die Pause hatte ihm gut getan, denn nun befand ER sich wieder im Flow und bemerkte sofort, welches Detail in seiner neuen Welt noch fehlte.

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