Tag 4a

Sonne und Mond - Tag und Nacht

Auch, wenn ER nun ganz zufrieden war, mit dem, was ER bis jetzt geschaffen hatte, so ging ihm das ewige Licht an und Licht aus doch allmählich auf den Keks. Es musste eine automatisiertere Lösung geschaffen werden.

»Ein helles und warmes Licht muss her!«, stellte ER entschlossen fest.

So erschuf ER eine Sonne. Doch die erste Sonne, die ER schuf, war deutlich zu klein geraten. Wie eine schwache Funzel tauchte sie die Welt in ein dämmriges Licht. Selbst der einst so prächtige Löwenzahn schwächelte vor sich hin.

»Ach, du armes, kleines Pflänzlein. Diese Funzel gibt dir wohl nicht genügend Kraft«, resümierte ER besorgt. (Ja, genau, ER nannte sie da noch Funzel.)

Doch bevor ER sich der Sonne widmen konnte, verblasste sie und löste sich mit einem »Puff!« auf.

»Oh, da muss ich mich wohl noch mehr anstrengen«, stellte ER leicht beunruhigt fest.

Hoch konzentriert arbeitete ER dieses Mal an einer noch größeren, noch helleren und vor allem noch langlebigeren Sonne.
Unter einiger Anstrengung erschuf ER zuerst einen kleinen Feuerball. Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn, als ER alle Kraft und Konzentration aufwenden musste, um den kleinen Feuerball anwachsen zu lassen.

»Aröhhh…«

Mit hochrotem Kopf ächzte ER unter der Anstrengung.

Als ER meinte, die Größe wäre nun ausreichend, holte ER tief Luft und wischte sich den in Strömen fließenden Schweiß aus dem Gesicht.

»Argghhhh!« Bestürzt sah ER, wie der Feuerball anfing, zu kollabieren.

Vor lauter Schreck und Wut, fiel ER auf die Knie, stopfte sich unversehens die Finger in den Mund und biss kräftig zu.

»Ahhhhhhhhhhhh!!!«

Zu kräftig, denn seine Zähne hatten sich tief in die Finger eingegraben und waren nur dank der Knochen gestoppt worden. Vor Schmerz ganz außer sich pustete ER mit aller Kraft auf seine blutig pochenden Finger.

»SO’NE SCH…«, fluchte ER.

Und so geschah es, dass ER sogleich eine Sonne als auch den Wind erschaffen hatte.

Doch die Sonne aber war zu groß geraten. Wie ER erschrocken feststellen musste, hing das zarte Pflänzlein nun ganz schlapp und dürr herab.

»Och du kleines zartes Dinglein. Ist dir etwa zu warm?«

Doch selbst ER verspürte allmählich die Hitzewallungen, die sich in ihm ausbreiteten.

ER kam gar nicht dazu, die gigantischen Wassermengen, die ER am zweiten Tag getrunken hatte — wie ursprünglich geplant — auszupinkeln. ER schwitze alles wieder aus und so umgab ihn bald eine mächtige Dampfwolke.

Etwas musste geschehen, bevor alles Wasser und Leben (das zarte Pflänzlein!) gänzlich vertrocknete.

Und zwar schnell!

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