Tag 5b

Daadamm, Daadamm, DammDammDammDamm

Für einen Moment sinnierte ER, welche Art des Schmerzes es denn diesmal sein solle. Mit dem Kopf gegen die Wand rennen und mächtige Kopfschmerzen kriegen? Aber es fehlte dafür die Wand.

ER könnte über die eigenen Füße stolpern und hart auf die Fresse fallen. Aber dazu müsste ER sich ja verwandeln in etwas, das laufen konnte.

ER müsste sich hinab begeben.

ER müsste sich in eine Lebensform manifestieren, die ER erst noch erschaffen müsste! (Mit ein wenig Extra-Schmerzen natürlich.)

»Schmerzen?«

»Sagt mal, geht’s noch gut, oder was?«

»Chill!«

Nein, natürlich, sorry … außerdem, seit wann wandert ein Gott umher und verspielt damit seine Aura des Unerklärlichen?

So etwas wollte ER erst gar nicht einreißen lassen, auch wenn momentan keine Zuschauer zugegen waren.

Diese Art der Arbeit würde er später mal einem anderen überlassen, seinem Sohn oder so.

Also überlegte ER weiter. Es müsste ein Schmerz mit Biss sein, sollte es sich doch um einen richtig fiesen Jäger handeln.

»Mit Biss, mit Biss, hmmm …?«, überlegte ER und obwohl ER eigentlich gar nicht so viele Alternativen hatte, zögerte ER länger als nötig.

»Finger? Hand? Fuß? Igitt, nein, … Arm oder Bein?«

Um endlich eine Auswahl zu treffen, stellte ER sich vor, sein zukünftiger Meisterjäger würde ihn jagen. ER wäre Opfer (ja lacht nur, da lacht sogar ER) und er würde vor dem Biest davonrennen. Es holt ihn ein (sicher doch, LOL) ER stolpert und das Biest springt auf ihn und beißt ihn …? In den Rücken?

»Nein, da komme ich nicht hin.« … in den Bauch? »Geht auch nicht, is´n Waschbrett, da beißt es sich die Zähne noch aus.« …

Arm, Bein, Wade? Was denn nun? »Wade? Das klingt gut«, rief ER euphorisch. »Nicht zu viele Nervenzellen, nicht unbedingt unentbehrlich, ein dicker fetter Muskel, lecker und eine kleine Herausforderung um da überhaupt hinzukommen.«

»Ist gebongt!«

Sofort setzte ER sich hin, packte sein linkes Bein und führte die Wade an seinen Mund. Dabei konnte ER nicht umhin, seinen asymmetrisch hängenden Sack zu bemerken.

»Was tut man nicht alles für ein wenig Freude in der Unendlichkeit«, bemerkte ER seufzend. (Anmerkung der Redaktion: In Wahrheit hörte man nur ein jämmerliches Winseln, doch für das Protokoll, also das dicke Buch, also für das, was ihr später alle glauben sollt, klingt die erste Variante besser.)

Und dann, ohne weiteres Zögern, (so wird es zumindest in dem dicken Buch stehen ;)) biss er gnadenlos und herzhaft zu!

»Arrrhhhhhggghhmmmmschmatzmjamm!«

Dann: »Ahhhhhhhhhhhhuaaaascheissenochmaltutdasscheisseweh!!!«

Wie auch immer, sein Opfer sollte nicht vergebens sein, denn kurz darauf … Da Dam … brodelte es wild im tiefen Meer … Da Dam …, die Gischt spritzte hoch … Dam Dam Dam Dam Dam Dam …, tief dunkelgraue Wolken schluckten das Sonnenlicht … DADADAAAAA …, ein Blitz erleuchtete die Meeresoberfläche und … STILLE … eine gigantische Rückenflosse zerschnitt die Wellen, als wären sie nur Luftblasen.

Es tauchte wieder hinab!

Und ER wartete voller ungeduld.

Und ER wartete …

Plötzlich kam der Oberhirte aller Meeresjäger aus dem Wasser empor geschleudert und präsentierte sich in seiner ganzen unbändigen und brutalen, kraftvollen doch tödlichen Schönheit, seinem Erschaffer, seinem einzig geduldeten Meister. Auf dem Höhepunkt seiner Flugbahn riss er sein riesiges Maul weit auf.

Reihe um Reihe von strahlend weißen, rasierklingenscharfen und handtellergroßen dreieckigen Zähnen ließen keinen Zweifel daran, wer die Meere regieren würde.

Es war …

»Flipper!«, rief ER begeistert aus. »Mein Meisterwerk.«

Platsch! Völlig verdutzt, vergaß der blendend bezahnte Jäger den Rest seiner einmaligen Uraufführung und planschte unkontrolliert zurück ins Wasser.

Nicht lange jedoch, denn über die Namensgebung musste noch gesprochen werden.

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