Tag 6a

Der frühe Vogel fängt …

“Rüsch Püh … Rüsch Püh … Rüsch Püh …”

Selig schläft ER, tief und fest, den Schlaf der Gerechten, der Schaffenden und … der Ahnungslosen.

Tiefste Dunkelheit hat sich über Smollisworld gelegt und alle Lebewesen schlafen. Nun ja, fast alle. Der große Beißer ohne Namen schläft eh nie richtig, denn wer weiß, es könnte ja was zum futtern geben. Die kleinen Beißer schlafen auch besser nicht zu lange, sonst kommt der große Beißer und macht Schnapp, Schnapp, Schnibidibap. Pflanzen zählen nicht, die haben eh nur die Sonne im Sinn. Das Federbällchen … jaaaa, das schläft noch, wie sü…

“tschörp”, begrüßt das kleine Federbällchen den ersten Sonnenstrahl, das den neuen Tag ankündigt.

»TSCHÖRP TSCHÖRP TSCHÖRP!«

Oh, da wird aber jemand schnell wach. Von 0 auf 100 in der Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Lichtstrahl.

»Grummel, Grummel …«, tönt es verschlafen aus seiner warmer Kuschelwolke.

»TSCHÖRP TSCHÖRP TSCHÖRP!«

Noch im Halbschlaf zupft ER zwei kleine Wolkenzipfel ab und stopft sie sich mechanisch in die Ohren. Dann knautscht ER sich die Wolke zurecht und nickt zufrieden wieder ein.

»TSCHÖRP TSCHÖRP TSCHÖRP!«

»Grummel, Grummel …« Missmutig drückt ER sich die Wolke über seinen Kopf und … schläft weiter.

»TSCHÖRP TSCHÖRP TSCHÖRP!«
»TSCHÖRP TSCHÖRP TSCHÖRP!«
»TSCHÖRP TSCHÖRP TSCHÖRP!«

Plötzlich richtet ER sich auf und brüllt: »Herrgott Sakra, kann man denn nicht einmal in Ruhe schlafen, oder was?«

»Was soll denn der Lärm?«

»TSCHÖRP!«

Und da fiel es ihm wie Federn von den Augen: das Federbällchen! In seiner wohlverdienten Nachtruhe empfindlich gestört, bereute ER seine letzte Errungenschaft.

(Soll ER aber nun nicht sagen, ER wäre nicht zuvor gewarnt worden!)

»TSCHÖRP TSCHÖRP TSCHÖRP!«

»Ohhhhh, du Mistviech«, fluchte ER und hielt sich die Ohren zu. Aus einem Reflex heraus versuchte ER das flappernde und befederte Mistviech zu greifen, womöglich mit der Absicht es dazu aufzufordern ein wenig ruhiger zu sein. Oder einfach nur, den Hals umzudrehen, wer weiß das schon. Denn wie auch immer seine Absicht gewesen sein mag, sie misslang. Knapp verfehlte ER das flappernde Mistviech und verlor dabei sein Gleichweicht. Mit flappernden Armen versuchte ER noch sein Gleichgewicht zu behalten, aber es war zu spät, ER stürzte aus allen sieben Wolken und landete hart.

Stöhnend hielt ER seinen brummenden Schädel, um den in elliptischen Bahnen zahlreiche neue flappernde Federball-Mistviecher flogen.

»TSCHÖRP TSCHÖRP TSCHÖRP!«, machten diese.

Das flappernde Mistviech, ziemlich angepisst wegen des tätlichen Angriffs, visierte unterdessen seine obere Schädelhälfte an und hielt im Sturzflug darauf zu. Im letzten Moment zog es wieder hoch und warf eine breiige Ladung, niedrig-konsistenter, aber würstchenförmiger Natur, von der Farbe eher weiß-grünlich mit gelb durchzogenen Fäden, ab, die wuchtig-platschend auftraf und langsam über Stirn und Nacken herunterglitt.

»TSCHÖRP TSCHÖRP TSCHÖRP!« Der Gerechtigkeit war Genüge getan. Es flog davon und führte die neuen flappernden Flugbälle mit sich fort.

»Seufz«

Noch zu erledigt und desillusioniert verharrte ER noch einige Zeit am Boden. Nein, der Tag hatte nicht gut angefangen.

»TSCHÖRP TSCHÖRP TSCHÖRP!«

ER blickte rüber und sah, wie die vielen kleinen flappernden Federbälle aufeinanderhockten und wilde, zuckende Bewegungungen vollführten.

Und weil sie ewig und andauernd vögelten, nannte ER sie alsbald Vögel, bzw. Vogel, weil einer alleine sich auch selbst genug war, Hauptsache, es gab was zum reiben. Tatsache, manches Male hatte selbst ER Mühe die Vögler … ähh … Vögel von sich zu halten.

Aber das ist eine andere Geschichte.

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