Tag 7a

Der 7. Tag, Mittagszeit

Ein Löwenhunger

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, so zumindest hatten es sich beide vorgestellt. Und es wäre ja bestimmt auch alles gut gegangen, wenn, ja wenn die Liebe nicht immer durch den Magen gehen würde.

Aber alles der Reihe nach.

Nach dem Schrecken mit dem Hai und der heldenhaften ER-Rettung, waren ER und sein kuscheliger Freund, kaum mehr voneinander zu trennen. Sie tummelten sich, sie kuschelten sich, sie spielten ›Hasch mich‹, ›Wo bin ich?‹, ›Wie ich dir, so du mie‹ und allerlei andere peinliche Spielchen.

Bei der ganzen Spielerei vergaßen sie gänzlich die Zeit und die Stunden vergingen wie im Fluge. Als es langsam dunkel wurde und die abendliche Meeresluft eine ungemütliche Kühle mit sich brachte, schmiegten sie sich eng aneinander und wärmten sich gegenseitig.

»Ach du, mein großer knuddeliger behaarter Held«, turtelte ER beseelt von Glücksgefühlen.

»Schnurrrrrrrr…«, schnurrte der Löwe glücklich zurück.

»Alle Schmerzen, alles Leid«, fuhr ER euphorisch fort, »waren es am Ende wert, denn nun werde ich nie wieder einsam sein.«

»Groioioignn…«, kam es von dem Löwen.

»Groioioignn?«, wiederholte ER fragend. »Was hat denn Groioioignn zu bedeuten, meine weicher Fußwärmer?«

Doch eine Antwort sollte der Löwe ihm vorerst schuldig bleiben.

Und auch den unglücklichen Blick vermochte ER nicht zu deuten, so dass ihm nur tröstende Worte einfielen.

»Ist schon gut, Kumpel«, sagte ER, »es war für uns beide ein schwerer Tag. Lass uns etwas schlafen.«

Inzwischen ward es tiefste Nacht geworden und ER schlief mehr recht als schlecht unter dem fortwährenden ›Groioioignn‹ ein, welches aus des Löwen Bauch kam.

»Groioioignn!«

»Groioioignn!«

»Groioioignn!«

»Schmatz!«

»Schmatz!«

»Schmatz!«

»… Schmatz?«, säuselte ER noch benommen von seinem Schlaf.

»Schleck!«

»Schleck?«, wiederholte ER und war jetzt doch etwas irritiert.

ER spürte eine feuchte Wärme an seinem rechten Bein, nicht unangenehm, aber ER konnte es irgendwie nicht zuordnen.

ER überlegte kurz, ob ER sich vielleicht im Schlaf eingenässt hatte.

»Neeee …«

Der Löwe vielleicht?

Langsam tastete ER nach dem Wuschelkopf.

Erst tastete ER oben, nichts.

Dann tastete ER weiter abwärts UND da wurde er doch unruhig. Denn entweder ER hatte plötzlich über Nacht einen enormen Schamhaarbewuchs bekommen, oder etwas anderes dichtbehaartes tummelte sich da unten herum.

Und da ER noch keine Frau geschaffen hatte (sowas kannte ER ja noch überhaupt nicht, die wahre Unschuld quasi.), konnte es nur …

»LÖWE!«, brüllte ER auf, »Was tust du da?«

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