Tag 7e

Tag 7 - Grilled Chicken

Der Löwe jedoch, anstatt froh, zu sein, nicht als das allererste Opfer eines Hühnerknochens im Hals, Geschichte zu schreiben, fing sofort nach dem Schrecken herzzerreißend an zu heulen.

»Oääääääääääää …«

»Was ist denn jetzt schon wieder los, verdammt nochmal?«, fluchte ER ungehalten. »Immer und immer wieder stopfst du alles in dich hinein und wunderst dich dann, dass es dir danach scheiße geht. Kleine Bissen! Kleine Bissen! Ist das denn zu viel verlangt?«

ER war mächtig wütend, so sehr, dass sich eine kleine tief dunkle Wolke über ihm bildete. Und während ER sich immer weiter in Rage redete, fing die Wolke an zu flimmern. Dem Löwen, dem die unheilvolle Wolke aufgefallen war, war es zusehends mulmiger geworden, so dass er es vorgezogen hatte, möglichst unauffällig eine sichere Distanz zwischen sich und dem zetternden Rumpelmännchen zu etablieren.

Das Nächste, was der Löwe noch hörte, war ein »Verdaaaaaaaaaaamt!«, welches jedoch unterging in einem gleißenden Blitz. Untermalt wurde der gewaltige Energieausstoß durch ein Geräusch wie von tausenden knackenden Hühnerknochen.

»KANAACKKKKKKK!!!«, machte es und ehe ER »Oh du heilige Scheiße«, auch nur denken konnte, wurde ER eingetaucht in ein Meer aus reinem Licht und einer pilzförmigen weißen Wolke.

ER verharrte in seiner Bewegung und hatte nur noch einen Gedanken: »Notiz an mich: Das nächste Mal, gaaaanz cool bleiben … gaaanz cool …«

Regungslos wartete ER ab, bis die Wolke sich verzogen hatte und die Ausssicht freigab auf die nähere Umgebung. Zaghaft wanderte sein Blick nach allen Seiten. In einiger Entfernung erblickte ER Löwi, der beide Pfoten über sein Gesicht gelegt hatte und nun schüchtern durch einen Schlitz hindurchlugte.

ER wollte schon einen passenden Kommentar zu dem unbeschreiblichen Mut des sogenannten ›Freundes‹ abliefern, als ihm ein noch nie zuvor erlebter Geruch in die Nase stieg. Ein Geruch, der ihm sofort das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ — ER sabberte.

»Wasch, wasch isch dasch for oin horlischer schaft?« (Anmerkung des Autors: Das soll übrigens ein Sabber-Dialekt darstellen, die Meinungen dazu gehen allerdings auseinander. ;)) ER war ganz hin und weg und drehte den Kopf nach allen Seiten um nach dem Ursprung des Geruchs zu suchen.

Als ER nach unten schaute, sah ER ein paar kross gebratene Hühner. Da blieb ihm die Spucke weg.

»Hähhh? Was ist denn da passiert?« (Aus dem Hähh wurde dann später ein Hähnchen, und weil es ja durch den Blitz gegrillt worden ist, hieß es dann Grillhähnchen.)

Obwohl ein wenig misstrauisch, ob der vor ihm liegenden gegrillten Hähnchen, konnte er nicht lange widerstehen und nahm sich ein abgetrenntes Schenkelchen. Erst unsicher, aber, nachdem der Geschmack kross gebratener Hähnchenhaut seine Geschmacksknospen überwältigt hatten, gierig, frass ER sich durch zwei oder drei der flugunfähigen Braten durch.

Der Löwe beobachtete das ganze Treiben mit hochgezogener Augenbraue. Er hatte sich unauffällig bis auf wenige Meter dem POI (Pain of Interest) genähert und saß nun kerzengerade da, unschlüssig (und aus Erfahrung klüger geworden) wie er weiter verfahren sollte.

»Raaaaahhhhhh …!«, krächzte ER plötzlich.

»Raaaaahhhhhh …!«

»Raaaaahhhhhh …!«

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